Tag 6 (Mi, 23.03.)


So, der Bericht für den 6. Tag unserer Reise kommt verspätet, da ich nicht wie sonst schon im Auto die Zeit fürs Schreiben gefunden habe. Es war ein laaaanger Tag und es hat gefühlt ewig gedauert, bis wir in Guadeloupe angekommen sind. Aber von ganz vorne: wir sind aufgestanden mit dem Plan, uns erst im Flughafen, nachdem wir das Mietauto abgegeben und eingecheckt hätten, etwas in Ruhe zum Frühstücken zu kaufen. Um 11:21 Uhr ging der Flieger, um ca. 8 Uhr waren wir am Flughafen (der war ja schließlich ganz in der Nähe unseres Hotels). Vermeintlich viel Zeit. Das Auto war schnell abgegeben, aber dann hatten wir doch einen kleinen Spießrutenlauf vor uns: viele, viele Leute, richtigen Check-in finden, anstellen, falsche Schlange, wieder anstellen, wieder raus aus der Schlange, weil wir die zusätzlichen Corona-Formulare noch nicht ausgefüllt hatten, dann wieder rein in die Schlange und hoffen und beten, dass wir den Autositz kostenlos mitnehmen können (Alternative wäre nämlich gewesen, ihn am Flughafen zu ‚entsorgen‘ – was wirklich schade gewesen wäre). Das klappte aber dann doch alles. Dann weiter das richtige Gate finden, die richtige Sicherheitskontrolle, dann endlich noch schnell ein Sandwiche, Kaffee und Croissant zwischen die Zähne klemmen und letztendlich kamen wir 10 min vor Beginn des Boardings an. Großes Lob und Respekt an Emilia, die ohne zu Murren hier fleißig mitgetigert ist und ihr Köfferchen mit Otto, dem Elefanten drauf vor sich hingeschoben hat.

Im Flieger sitzend (ein Mini-Ding, das auch nur zu 3/4 besetzt war) mussten wir wiederum 45 min warten, bis wir endlich abhoben. In der Zeit hatte es sich Emilia schon mit ihrer Tonie-Box gemütlich gemacht und den Start dann sogar verschlafen. 2 Std 40 min später landeten wir am Flughafen Pointe-a-Pitre auf Gouadeloupe (und schon der Ausblick während des Anflugs war atemberaubend!). Wir hatten bei Ankunft 32° C.

Jetzt mussten wir nur noch zur Autovermietung kommen (ein Shuttle holte hier die Leute ab, was aber nicht von vorn herein klar war – viel Rätselraten auf unserer Seite) und unser Auto (Opel Corsa) in Empfang nehmen. Es war gar nicht so einfach, sich auf die schnelle von Dollar und Englisch auf Euro und Französisch umzustellen, aber tatsächlich ist hier die Amtssprache Französisch und wir können mit Euro zahlen. Sogar das Handy funktioniert mit Roaming wie in Europa. Gut, dass meine Französisch-Kenntnisse irgendwo verborgen schlummern und sich immer recht schnell aktivieren lassen, sobald ich die Sprache um mich herum höre. Auf der Fahrt zur Unterkunft stoppten wir noch, um uns Bargeld abzuheben und uns nebenbei auch mit Wasser, Saft, Bier und Wassermelone einzudecken. Was noch eine Umstellung war: plötzlich stachen wie als ‚weiße‘ ziemlich heraus unter der hauptsächlich schwarzen Bevölkerung.

Unsere Unterkunft, von der wir eigentlich dachten, dass es ein Hotel sei, entpuppte sich als Apartment-Komplex mit einer ziemlich versteckten und vor allem holprigen Zufahrtsstraße. Mir rutschte schon das Herz in die Hose, weil es nicht so schien als gäbe es hier einen Empfang oder Rezeption. Hilfe brachte die E-Mail, die Fritz von booking.com genau in diesem Moment erhielt, in der uns der Code für das Tor zum Parkplatz sowie auch der Code für die Box, wo der Apartment-Schlüssel lag, mitgeteilt wurde. Das klappte soweit, aber bis wir im 4. Stock vor der Tür standen klopfte uns schon das Herz bis zum Hals. Schließlich war diese Unterkunft schon fix für 4 Nächte gebucht. Was würde uns beim Aufschließen erwarten!?

Es war eine große aber sehr erfreuliche Überraschung: wir haben eine kleine, zweistöckige, relativ neu renovierte Ferienwohnung mit Balkon, die mit allem ausgestattet ist, was man im Urlaub als Selbstversorger so braucht. Es ist sogar sauberer und moderner als in unserem Hotel in Jacksonville oder Miami! Wir haben zwei Klos, zwei Duschen, vollausgestattete Küche und Emilia hat im Wohnzimmer ihren eigenen Schlafbereich. Oben ist das „Elternschlafzimmer“ mit Blick auf den palmenbewachsenen Strand. Einfach herrlich!! Ich konnte mir sogar gleich einen Kaffee aufsetzen, weil Kaffeemaschine, Kaffeepulver, Filter und Zucker schon da waren.

Da es dann schon relativ spät am Abend war, gingen wir nur noch kurz an den Strand (ca. 3 min zu Fuß von unserem Apartment-Komplex) und schon das gab uns das erste richtige Karibik-Feeling: die Sonne war gerade am untergehen und tauchte alles in ein fantastisches Licht. Der Strand war fast menschenleer und die Wellen plätscherten sanft an den Strand. Das ist also für die nächsten Tage unser „Hotel-Garten“! Besser hätten wir es nicht treffen können.

Nach dem Duschen schauten wir noch gemeinsam eine französische Zeichentrick-Serie im Fernsehen und hauten uns dann müde aber glücklich aufs Ohr.


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