Tag 10 (So, 27.03.)


Abreisetag nach Dominica via Fähre. In der Nacht stürmte und regnete es noch wie verrückt und mein Gedanke beim Aufstehen war „wenn dieses Wetter so bleibt, dann werden die zwei Stunden auf der Fähre echt nicht lustig“. Und die Frage frühmorgens war auch, ob wirklich diesmal das online bestellte Taxi vor der Haustür stehen würde.

Es lief alles gut: der Sturm und Regen hatte aufgehört, wir gelangten trockenen Fußes zum Treffpunkt mit dem Taxi. Das Taxi war bereits 10 Minuten früher da und brachte uns zeitig zum Fähr-Terminal. Dort hieß es wieder warten warten warten bis wir endlich um ca. 8:20 ablegten. Emilia hörte Hörbuch (die sperrige Toniebox mitzuschleppen war doch nicht so doof gewesen) und schlief später ein bisschen, und Fritz und ich versuchten so gut es geht die Augen geschlossen zu halten – das Schaukeln über zwei Stunden lang war dann doch nicht so ohne. Aber alle drei überstanden wir es gut.

Am Hafen von Roseau auf Dominica angekommen war auch diese Einreise wieder sehr kompliziert, sehr langwierig und wir wünschten uns nur noch, endlich in unsere Unterkunft zu kommen. Dafür war der Service an der Mietauto -Station echt klasse (wir wurden vom Fähr-Terminal abgeholt) und uns wurde der Allrad Toyota Rush übergeben. Achtung: hier Linksverkehr! Aber Fritz hatte das schnell im Griff und da wir immer dafür sorgen, genügend Datenvolumen zu haben, führte uns Google Maps verlässlich ins Inland.

Übrigens war hier wieder Englisch angesagt (was die Kommunikation wieder leichter machte) und die Währung ist der East Carribean Dollar.

Das Abenteuer ‚Dschungel‘ startete hier schon auf der Zufahrtsstraße zu unserem Guest House: 2,5 km lang ‚Dirt Road‘, was so viel heißt wie absolut unbefestigte Straße, rechts und links Palmen, Gebüsch, Zuckerrohr, Banenenstauden, ein Schlagloch nach dem anderen. 20 min brauchten wir für diese kurze Strecke, aber kein anderer Weg würde uns dort hinführen, wo wir die nächsten drei Nächte verbrachten. Ein paar mal gut durchgeschüttelt kamen wir an und staunten nicht schlecht, was sich hier eine junge argentinische Familie aufgebaut hat. Ich glaube, die Fotos können es viel besser beschreiben als meine Worte: ein Refugium mitten im Grünen, ohne WiFi, ohne Klima, nur limitierten Handy-Empfang und sogar nur auf die Abendzeit begrenzte Elektrizität.

Unsere Gastgeberin Guadalupe begrüßte uns herzlich und zeigte uns unsere ‚Hütte‘. Sie würde für uns die nächsten Tage auch Frühstück und Abendessen kochen und uns mit Ausflugtipps versorgen. Das größte Glück war aber, dass die Familie neben dem knapp einjährigen Sohn eine 5-jährige Tochter hatte, die sich Emilia gleich freudestrahlend zum Spielen schnappte. Und die beiden waren von Anfang an ein Herz und eine Seele, auch wenn sie sich kaum miteinander verständigen konnten. Besser hätten wir es nicht treffen können, da Emilia schon danach lechzte, wieder mit Kindern zusammen zu kommen.

Wir hatten noch viel Zeit bis zum Abendessen daher schauten wir noch zum hauseigenen Natur-Pool, der zwar klein, dafür aber wunderbar erfrischend war.

Die Geräuschkulisse im Dschungel ist unglaublich und je dunkler es wurde umso lauter wurde das Zirpen, Zwitschern und Pfeifen.

Auf der großen Terrasse konnten wir später Guadalupe beim Essen zubereiten zuschauen, erste Infos über die Insel einholen und den zwei Mädels beim Rumblödeln zuschauen. Es war wirklich, als wären wir einfach bei guten Freunden eingeladen. Das Essen war hervorragen und Wein und Bier dazu ließen die Strapazen des Vormittags vergessen.

Nach einer heißen Dusche (hier heizt ein Gasofen das Wasser und von 5 bis halb 9 abends wird der Strom vom Generator zugeschaltet) kuschelten wir uns unter unsere hübschen Moskito-Zelte, wobei diese gar nicht notwendig waren, da uns nur vereinzelt Moskitos in der ganzen Zeit erwischten.

Die Nacht war für mich etwas unruhig, da es zu regnen begann und der Wind dazu recht bließ, und sich das ganze auf dem einfachen Blechdach unglaublich laut anhörte. Dazu noch das Gezirpe des Dschungels: ich konnte tatsächlich nur mit Ohrstöpsel einschlafen. Fritz und Emilia dagegen schliefen wie die Murmeltiere.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert